17. Juli 2026

Schaltanlagen nach IEC 61850 – ganz einfach

Aucotec Stand: 11100
Schaltanlagen nach IEC 61850 – ganz einfach
Technische Grundlage: Ein einheitliches Datenmodell, das vom Einliniendiagramm über die sekundären technischen Details bis hin zur vollständigen Integration der Schutz- und Leittechnik reicht (Bild: AUCOTEC)
50 Jahre in nur einem System
„Engineering Base ist das erste System, das diese Integration realisiert und den gesamten Lebenszyklus von Umspannwerken vereint – von der Projektidee über die Detailplanung bis hin zu Bau und Instandhaltung“, erklärt Michaela Imbusch, die als Produktmanagerin für den Geschäftsbereich Power Transmission & Distribution zuständig ist. Alle Fachbereiche, zu denen nun auch die Steuerungstechnik gehört, können gleichzeitig den gesamten Engineering-Umfang der Plattform nutzen, eigene Bibliotheken erstellen, Objekte im Handumdrehen finden, deren Historie nachverfolgen und vieles mehr. Änderungen sind für alle Beteiligten sofort nachvollziehbar. „Dateien reichen niemals aus, um eine Umspannstation über die rund 50 Jahre ihrer Betriebsdauer korrekt abzubilden. Im Datenmodell von EB hingegen können alle Objekte und ihre Attribute jederzeit direkt und zentral bearbeitet werden“, betont sie. Ein solcher digitaler Zwilling verschwindet nicht wie Dateien, die in Ordnern oder Verwaltungssystemen eingefroren sind, sondern bleibt dynamisch und aktuell.

 

Die DNA des Umspannwerks

IEC 61850 ist mehr als nur eine internationale Norm zur herstellerneutralen Beschreibung von Geräten in Schaltanlagen mit Vorgaben dazu, wie diese Geräte miteinander kommunizieren dürfen. Sie bildet sozusagen die DNA der Systeme; ganze Kongresse sind ausschließlich diesem Thema gewidmet, und sie bereitet den Betreibern Kopfzerbrechen. Denn die digitalen Schaltanlagen der Zukunft, die aufgrund des enormen Drucks zur Dekarbonisierung nun schnell und in großer Zahl geplant werden müssen, werden hauptsächlich aus Servern statt aus Reihen von Schaltschränken bestehen. Datenbussysteme übernehmen dann den Informationsaustausch vom Feld zum Leitsystem. Dies macht die IEC 61850 noch wichtiger.

 

Ohne die physische Verdrahtung der Geräte sind auch Schaltpläne oder Klemmenplänen nicht mehr erforderlich. Infolgedessen verlieren dokumentenorientierte Engineering-Tools, die für detaillierte Informationen auf Schaltpläne angewiesen sind, stark an Bedeutung. „Dank der Datenorientierung kann EB auch rein alphanumerisch arbeiten. Es ist nicht notwendig, auch nur einen einzigen Plan zu zeichnen, um Details zu definieren“, erklärt Imbusch.

 

Ein großer Schritt

EB unterstützt bereits seit Jahren die Norm IEC 61850: durch die Integration des vom Aucotec-Partner H&S entwickelten Substation Configuration Tool (SCT), durch die Beherrschung der erforderlichen Substation Configuration Language (SCL) und durch die Fähigkeit, die normative SCD-Datei (Substation Configuration Description) zu generieren. „Mit diesem neuen großen Schritt kann EB all dies nun eigenständig bewältigen, ohne XML-Ausgaben und -Übertragungen oder die Synchronisation verschiedener Tools. Die funktionalen Datenmodelle der Intelligent Electrical Devices (IED) sind direkt mit ihren Hardware-Modellen verknüpft. Die Systemlandschaft ist nun deutlich verschlankt und die Belastung der IT wird reduziert“, betont Michaela Imbusch. Die Verknüpfung von Hardware- und Softwarewelt ist zudem eine erhebliche Entlastung für Projektmanager. „Immer zu wissen, wo sich die Daten befinden, und sich darauf verlassen zu können, dass sie aktuell sind, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit“, sagt die Produktmanagerin.

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